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Symptome der Immunerkrankung

Auch die Immunerkrankung selbst kann Symptome verursachen. Dabei ist es oft schwierig auseinanderzuhalten, ob ein bestimmtes Symptom nun von der Immunerkrankung oder von der Schilddrüsen-Überfunktion selbst verursacht wird.

Symptome der Immunerkrankung sind:
  • Augenerkrankung (endokrine Orbitopathie)
  • derbe Hautveränderungen an den Streckseiten der Unterschenkel (prätibiales Myxödem)
  • unterschiedliche Hautveränderungen, Haarausfall
  • Gelenkschmerzen und Schwellungsgefühl in den Gelenken (eventuell auch hormonell verursacht?)
  • Rückenschmerzen ohne sicheren organischen Befund
  • Verhärtungen von Sehnen und Muskeln
  • Knochenneubildung an den Fingerendgliedern (Akropachie=aufgetriebene Fingerendglieder)
  • Stimmungslabilität (kann sowohl durch die Immunkrankheit ausgelöst werden, als auch durch die hormonellen Veränderungen verursacht sein)
  • Übelkeit und Magen-Darmprobleme (evtl. auch hormonell verursacht)
  • grippeähnliche Symptome und allgemeines Schwächegefühl
  • Vergesslichkeit und Konzentrationsstörungen
  • (Trigeminusneuralgie?)
Die Immunkrankheit wirkt sich als Systemerkrankung auf beinahe jede Zelle des Körpers aus. Im Allgemeinen kommt es häufig zu grippeähnlichen Symptomen mit leicht erhöhter Körpertemperatur, Kopfschmerzen, allgemeinem Schwäche- und Krankheitsgefühl, Muskel- und Gelenkschmerzen mit Schwellungsgefühlen in den Gelenken (v.a. Hand- und Fussgelenke). Die Entzündungszeichen im Blut sind dabei nicht immer erhöht. Im Verlauf der Erkrankung können die unterschiedlichsten Hautveränderungen auftreten. Sehr oft kommt es dabei zu trockener, spröder Haut mit vermehrtem Haarausfall. Aber auch eher vermehrt gerötete, warme und feuchte Haut kommt vor. Die Hautveränderungen können sowohl durch die hormonelle Stoffwechselstörung, als auch durch die Immunerkrankung verursacht sein. Gelegentlich findet sich an den Streckseiten der Unterschenkel im Bereich des Schienbeins eine flächige, derbe Hautveränderung, das sogenannte prätibiale Myxödem. In noch selteneren Fällen können die Beine insgesamt, aber auch die Arme davon betroffen sein. In ca. 75% aller Fälle von Morbus Basedow kommt es auch zur entzündlichen Veränderung der Augenhöhlen. Es entsteht eine sogenannte endokrine Orbitopathie, auf welche weiter unten ausführlicher eingegangen werden soll. Unter der Behandlung der Schilddrüsen-Überfunktion mit Normalisierung der Blutwerte bildet sich das prätibiale Myxödem meist wieder zurück. Begleitend kann das prätibiale Myxödem auch lokal mit kortisonhaltigen Salben behandelt werden. Gelegentlich findet sich auch eine chronische Hautentzündung vom Typ der Rosazea (Gesichtsröte) oder des seborrhoischen Ekzems (schuppende, fettige und gerötete Haut im Bereich der Stirn, der Augenbrauen und der Nasen-Lippen-Falten). Ob es sich hier um eine eigenständige Erkrankung oder eine Folge der Immunstörung handelt ist nicht klar. Auch eine Zunahme von allergischen Erkrankungen kann beim Morbus Basedow vorkommen. Die Nesselsucht (Urtikaria) soll bei Krankheitsbeginn häufiger auftreten. Es liegen jedoch keine gesicherten Daten über die Häufigkeit deren Auftretens vor. Von diesen Erkrankungen abgegrenzt werden müssen eigenständige Autoimmunkrankheiten der Haut, wie z.B. die Weissfleckenkrankheit (Vitiligo), eine blasenbildende Hautkrankheit (Pemphigus) oder der kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata), die aber ebenfalls in Verbindung mit einem Morbus Basedow auftreten können. Daneben kommt es eher seltener zu begleitendem Pilzbefall der Schleimhäute und der Haut (mukokutane Candidiasis), der jedoch oft schwer zu behandeln ist und somit ernsthafte Probleme bereiten kann. Sehr selten tritt die sogenannte Akropachie, eine Knochenneubildung an den Fingerendgelenken auf. Diese führt zu den typisch verdickten Endgliedern der Finger den sogenannten Trommelschlegelfingern.

Der ganze Bewegungsapparat kann betroffen sein, da auch über schmerzhafte Verhärtungen von Muskeln und schmerzhafte Sehnenansätze berichtet wird (Myogelosen) Sehnen und Muskeln sind durch die Schmerzen verspannt und verhärtet, sie verkürzen sich durch die daraus folgende Schonhaltung und der ganze Bewegungsapparat gerät aus dem Gleichgewicht. Dies kann einen Teufelskreis von Veränderungen und Beschwerden nach sich ziehen: weitere Muskelgruppen, Sehnen und schliesslich auch die Gelenke und die Wirbelsäule werden durch schmerzbedingte Schonhaltung und Fehlbelastungen betroffen, sodass intensive physiotherapeutische Behandlungen notwendig werden. In einer kleinen Gruppe der an Morbus Basedow Erkrankten finden sich auch zum Teil schubweise auftretende starke Rückenschmerzen, deren Ursache jedoch bisher noch unklar ist.

Häufig sind auch unspezifische Allgemeinsymptome die Ursache, welche die Erkrankten zum Arzt führen. Nicht selten wird dadurch die Diagnose Morbus Basedow überhaupt erst gestellt. Zu diesen Allgemeinsymptomen gehören Magen-Darm Störungen, Übelkeit, grippeähnliche Symptome, Schwindel und Unwohlsein etc. Systematische Untersuchungen zu deren Häufigkeit gibt es bisher nicht. Ob einschiessende heftige Gesichtsschmerzen wie bei der Trigeminusneuralgie bei Basedow Erkrankten gehäuft auftreten ist ebenfalls nicht gesichert. Umfragen bei Betroffenen lassen dies jedoch als möglich bis gar wahrscheinlich erscheinen.

Die Symptome der Immunkrankheit sind somit sehr vielgestaltig. Wie es durch den der Krankheit zugrunde liegenden Immunprozess zu diesen Symptomen kommt und inwiefern die Antikörper dabei eine Rolle spielen, bleibt nach wie vor ungeklärt. Die Vielzahl der möglichen Beschwerden führt dabei sehr oft bei allen Betroffenen, auf Patienten- wie auch auf Ärzteseite zur Verunsicherung und zu grossen Belastungen des gegenseitigen Vertrauens. Dies auch vor allem deshalb, weil es keine gesicherten und keine kausalen Therapien gibt. Jede therapeutische Massnahme ist lediglich eine Symptombekämpfung. Klingt der Immunprozess ab, z.B. nach vollständiger chirurgischer Entfernung der Schilddrüse oder nach Radiojodtherapie und Normalisierung der Antikörperspiegel im Blut, sind die Beschwerden meist rückläufig.